Treppenstabverteilung beachten

Wieder einmal durfte ich einem Kunden eine satte Fehlinvestition ersparen.
Bekomme ich das Muster eines alten Treppenstabes (Sockelstab) und den Auftrag, diesen in größerer Stückzahl identisch nachzubauen, klingelt bereits die Alarmglocke. Dabei hört sich der Auftrag völlig normal an.
Also warum die „Panik“?

Alte Treppen wurden sehr oft in der aufgesattelten Form gebaut oder kombiniert – d.h. an der Wand sind die Stufen eingestemmt und am Treppenauge auf die Wange aufgelegt. Die Treppenstäbe stehen somit auf den Stufen. Je nach Auftritt, Steigungsgrad oder Dicke der Treppenstäbe wurde individuell entschieden, wie die Stäbe verteilt werden.
Nicht so oft steht jeweils ein Stab auf jeder Stufe. Das war der Fall, wenn gespart werden sollte oder der Treppenstab besonders dick war.
Bei besonders tiefem Auftritt wurden die Stäbe auch einmal paarweise auf jede Stufe gestellt. Dabei ergaben sich 2 verschiedene Längen.
Gewöhnlich wurden jedoch die Stäbe in der Verteilung 1|2 gestellt. Das heißt, sie wurden so verteilt, dass bei gleichem horizontalem Abstand wechselweise auf einer Stufe 1 Stab und auf der nächsten Stufe 2 Stäbe gestellt wurden. Das ergibt 3 verschiedene Stablängen.
Um die Längendifferenz auszugleichen, wurde entweder der Sockel oder der obere Zapfen verschieden lang gedreht.

In diesem Beispiel wurden die Zapfen für den Ausgleich genutzt. Das angelieferte Material war zum Glück lang genug.
Beratung ist also wichtig! Nutzen Sie die Möglichkeit, die ein Handwerksbetrieb bietet.

P1030033 P1030003 P1030004

Die unterschiedlichen Zapfenlängen sind hier gut zu sehen. Daneben der handgedrehte Musterstab, der aufgefundenen zerbrochenen Stäben nachempfunden wurde. Zu guter Letzt die nach dem noch vorhandenen Muster gedrehten Pfosten aus Kundenmaterial.

Treppenstäbe aus Kiefernholz

Selbst aus weicher Kiefer kann man qualitativ hochwertige Treppenstäbe nach altem Muster herstellen. Scharfes Werkzeug und die passende Dreh- und Vorschubgeschwindigkeit sind Voraussetzung. Wenn dann noch Automaten- mit Handarbeit kombiniert wird, entsteht ein preiswerter Gründerzeitstab, der vom Original nicht zu unterscheiden ist.

Treppenstäbe aus Kiefernholz

…eine typische Bestellung.

Die typische Bestellung in einer Baudrechslerei sind eine Anzahl Treppenstäbe, ein oder mehrere dazu passende Treppenpfosten und einige Dutzend Abdeckkappen. In diesem Fall werden die Stäbe aus gedämpfter Rotbuche im Schema 1|2|1… auf einer aufgesattelten Treppe aufgestellt. Deshalb haben die Sockel der Stäbe 3 verschiedene Längen, die vorher genau errechnet wurden.

Lieferung: Treppenpfosten & Treppenstäbe Schema 1|2|1... auf einer aufgesattelten Treppe

Alte Bauelemente neu entwickelt

Nur wenige Treppenstäbe waren von diesem Gründerzeitgeländer erhalten geblieben. Passend zur Form der Stäbe wurden von mir der Antrittspfosten, sowie sogenannte Doppeltraillien und ein Hilfspfosten entwickelt, so dass das „neue“ Geländer in altem Glanz erstrahlen konnte.

Bauelemente

Treppenstäbe in Holz und Edelstahl

Es muss nicht immer hochkompliziert sein… Hier habe ich die hölzernen Mittelteile für Treppenstäbe gedreht. Auf die Zapfen werden vom Kunden Edelstahlsegmente gesteckt und verklebt. Eschenholz als auch Edelstahl sind noch voll im Trend und werden auch in Kombination gern bestellt.

Edelstahlkombi: Treppenstäbe in Holz und Edelstahl

alte Treppenstäbe neu gedreht

Diesen aufwändig verzierten Treppenstab durfte ich für ein Berliner Treppenhaus nachbauen. Dabei kommt es nicht nur auf Maßgenauigkeit und Sauberkeit an, sondern auch, dass der Drehstil der Drechsler aus der Gründerzeit nachempfunden wird.

aufwändig verzierter Treppenstab

Treppenstäbe für Berliner Stadtvilla

Für eine Berliner Stadtvilla durfte ich diese stark dimensionierten Treppenstäbe drehen. Ein alter Musterstab diente mir dazu als Vorlage. Für die Herstellung wurde Automaten- und Handarbeit kombiniert. Erreicht wurde damit handwerkliche Qualität für einen günstigen Preis. Verwendet wurde in diesem Fall Kiefernholz.

Treppentraillien

Ergänzung eines alten Treppengeländers

Dieses alte Treppengeländer in Potsdam sollte von mir nach altem Vorbild in den ersten Stock weitergeführt werden. Dazu habe ich den Handlauf verlängert und ein neues Brüstungsgeländer aufgestellt. Auf Wunsch des Kunden wurde das Treppengeländer nicht lotgerecht montiert (Handfreiheit im Treppenauge) und in der Werkstatt bereits weiß grundiert.

Treppengeländer in Potsdam - altem Vorbild Treppengeländer in Potsdam - altem Vorbild