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Handgefertigte Treppenstäbe

Handgefertigte Treppenstäbe für die Altbausanierung

Handgefertigte Treppenstäbe werden oft für die Sanierung von alten Treppengeländern benötigt. Oftmals haben Besitzer alter Häuser keinen Ansprechpartner, wenn es um eine sehr kleine  Anzahl von Treppenstäben geht, die sich für die  Automatenproduktion nicht lohnt. Den richtigen Ansprechpartner findet er dann in einem Meisterbetrieb – einer handwerklich betriebenen Drechslerei. Der Drechsler ist in der Lage, die allermeisten Treppenstäbe zeitgünstig auch in Handarbeit herzustellen.  Die meisten zu ersetzenden Stäbe laufen unter dem Motto:

verwurmt … zerbrochen … verbrannt

Handgefertigte Treppenstäbe 1 Handgefertigte Treppenstäbe 2 Handgefertigte Treppenstäbe 3 Handgefertigte Treppenstäbe 4

Oftmals stellen die zerstörten Stäbe nur die Spitze des Eisberges dar und ausgewechselt werden nur die akuten Fälle. Typische Holzarten sind in diesem Bereich Erle, Kiefer und Rotbuche – also das, was auch früher in den heimischen Wäldern wuchs und für den Treppenbau verwandt wurde. Seltener finden Stäbe aus Eiche Anwendung, da die Treppen zumeist deckend gestrichen wurden und somit ein einheimisches Edelholz keinen Sinn machte.

Bereits in der Lehre lernt der Drechslerlehrling die Techniken des Langholzdrehens und das Drehen typischer Formen, die bereits seit hunderten Jahren Verwendung finden. So ist er allerspätestens als Geselle in der Lage, die verschiedensten Stabformen mit einfachen Mitteln nachzudrehen. Genau wie die Kollegen vor 100 Jahren…

Da der Drechsler im Allgemeinen über Erfahrung im Geländerbau verfügt, kennt er auch die Tücken der Kundenbestellungen. Oft wird vergessen, dass auf alten Treppen Stäbe verschiedener Länge stehen.  Stehen die Treppenstäbe auf sogenannten aufgesattelten Treppen, hat man gern die 2-1-Teilung genutzt. Bei gleichem Abstand erhält man somit einen relativ kleinen Abstand zwischen den Stäben.

Treppenstäbe mit Vierkant und Rosetten

Die etwas aufwändigeren Treppenstäbe

Dieser etwas aufwändigere Stab für eine Gründerzeit-Villa in Berlin besteht aus mehreren Teilen und wurde mit sogenannten Ochsenaugen versehen. In der Ursprungszeit um 1900 stellte man diese Treppenstäbe noch aus einem Stück her (+ Rosetten). Heute versucht man in Kombination mit moderner Technik, für den Kunden einen günstigen Preis zu erreichen. Deshalb wird der Vierkant einzeln gefertigt und anschließend mit den beiden Formteilen verbunden. Der Grund liegt darin, dass die meisten Automaten keine senkrechten Formen drehen können. Vor dem Schleifen werden die Formen noch per Hand nachgedreht, um dem Kunden einen stilechten Stab ausliefern zu können.

Treppenstäbe mit Vierkant und Rosetten

Das Handdrehen heute beinhaltet die gleiche Technik, wie in der Gründerzeit. Wie immer sind scharfe Werkzeuge und fachliches Können die Grundvoraussetzung für ein gutes Erzeugnis. Im Gegensatz zu unseren Kollegen vor 100 Jahren, benutzen wir heute kaum noch Erlenholz, sondern eher Rotbuche oder Kiefer. Diese Hölzer sind preiswert und lassen sich gut verarbeiten. Die alten Treppenstäbe aus Erle sind oft von unten her verwurmt. Zumeist wurden die Treppen nass gewischt und die Erlenstäbe sogen am Sockel die Feuchtigkeit auf. Genau das sind die Bedingungen, in denen sich die Käferlarven wohl fühlen.

Treppenstab im Schnelldurchlauf

Bildspielerei mit einem Treppenstab

Eine kleine Spielerei mit vielen Einzelbildern zeigt den Herstellungsprozess einer hübschen Gründerzeittraillie aus Kiefernholz. Der untere Zapfen wurde vom Kunden länger gewünscht, damit der Stab für den jeweiligen Standort passend geschnitten werden kann. Es handelt sich hierbei um reine Handarbeit, die zumeist dann zum Einsatz kommt, wenn es sich um Einzelstücke oder Kleinstserien handelt – oder aber der Kunde wert auf einen handgedrehten Treppenstab legt. Der Begriff „Drehen“ heißt nicht automatisch, dass es sich um eine Automatenarbeit handelt, wie oft irrtümlich angenommen. Der Drechsler selbst spricht fast immer vom Drehen und nicht vom Drechseln.

Treppenstab in Bewegung

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Treppenstab oder Besenstiel

Ist ein Besenstiel ein Treppenstab?

Im Moment ist er ja im Trend, der gerade runde Treppenstab – sogenannte „Besenstiele“, Edelstahlstäbe, gerade eckige Stäbe usw. Aber auch dieser schlichten Moderne kann man etwas Eleganz verleihen. Ein kleiner Absatz – ein unauffälliger Rundstab und schon muss der Treppenstab beim nächsten Trendwechsel nicht mehr ausgetauscht werden. Trends neigen oft zum Extremen und werden gern und schnell von Industrie und Handel aufgenommen. Auch an Treppenstäben geht das nicht vorbei. Handwerker sind flexibel – können und müssen sich gleichermaßen an den Wünschen der Kunden orientieren. Trotzdem darf auch bei drastischen Vereinfachungen etwas Formgebung einfließen – wie eben in diesen unscheinbaren Details am Treppenstab dieser kleinen Serie.

moderner Treppenstab mit Rundstab und Sockel

Kannelierung leicht gemacht

Kannelierung – eine alte Technik

Viele Wege führen bekanntlich nach Rom – bei mir wird die Kannelierung an der Tischfräse mit Hilfe einer uralten Kannelierladentechnik vorgenommen.  Einfach und effektiv.
Um keine Werbung für genauso alte Frästechnik zu machen, habe ich sie etwas verschleiert…  😉
Die fertigen Treppenstäbe sind vom Original nicht zu unterscheiden. Die Kannelierung ist ein gern verwendetes gestalterisches Mittel. Man kann sie in verschiedenen Profilen herstellen – es gibt einfachere und kompliziertere Kannelierungen. Der Reiz liegt darin, einen Kontrast zu den horizontal verlaufenden Profilen des Treppenstabes herzustellen.

Kannelierung - Treppenstab Treppenstäbe mit Kannelierung

Feiertags-Traillien

Feiertags-Traillien – was ist das?

Das sind Traillien, die an den Feiertagen hergestellt werden. 🙂
Da mich ein kleiner Unfall etwas Zeit gekostet hat, muss Einiges nachgeholt werden. In diesem Fall handelt es sich um einige Dutzend Gründerzeitstäbe für ein Berliner Treppenhaus. Sie sind aus Erle gefertigt, wurden am Automaten vor- und dann noch per Hand nachgedreht, so dass sie sich von den Originalen nicht unterscheiden. Gern wird auch Kiefernholz verwendet. Es lässt sich bei scharfem Werkzeug gut bearbeiten, ist preiswert und gut. In den alten Treppenhäusern der Gründerzeit wurde fast nur Erlen- und Kiefernholz verarbeitet. Das Holz war nicht immer das Beste, aber die Farben deckend aufgetragen wurden, war das kein Problem. Das ist es aber eher für Idealisten, die die Farbe von den Traillien entfernen möchten. Das kann mitunter böse Überraschungen geben. Gekittete Risse und dicke Äste sind keine Seltenheit.

Traillien

…eine typische Bestellung.

Die typische Bestellung in einer Baudrechslerei sind eine Anzahl Treppenstäbe, ein oder mehrere dazu passende Treppenpfosten und einige Dutzend Abdeckkappen. In diesem Fall werden die Stäbe aus gedämpfter Rotbuche im Schema 1|2|1… auf einer aufgesattelten Treppe aufgestellt. Deshalb haben die Sockel der Stäbe 3 verschiedene Längen, die vorher genau errechnet wurden.

Lieferung: Treppenpfosten & Treppenstäbe Schema 1|2|1... auf einer aufgesattelten Treppe