Kategorie-Archiv: Drechslerarbeiten

Holzkugeln für den Berliner Zoo

Holzkugeln für den Berliner Zoo hergestellt

Holzkugeln und Kugeln mit Sockeln wurden unlängst im Berliner Zoo für den Chinesischen Pavillon benötigt. Aus diesem Grund kam eine große Berliner Abbundfirma auf mich zu und lieferte mir das bereits verklebte Lärchenholz direkt in die Drechslerwerkstatt.

Die Sockelkugeln sollten einen Durchmesser von 20cm haben – zuzüglich einem direkt angedrehten Sockel. Diese konnten bei mir aufgrund der Dimensionen und der Form nur per Hand gedreht werden. In mehreren Schritten (Bohren, Schruppen, Vordrehen) wurden die Rohlinge von mir an der Holzdrehbank in Form gebracht. Die tiefen Formen, wie Hohlkehle und Übergang der Kugel zum Sockel wurden dabei erst einmal vernachlässigt. Für die Kugelform verwendete ich eine simple Pappschablone.

Holzkugeln mit Sockel

In den weiteren Arbeitsgängen wurden die tiefen Hohlkehlen, der Sockelübergang und die kleine Aufsatzkugel angedreht, sowie das ganze Objekt geschliffen.

Holzkugeln mit Sockel Zoo Berlin

Ein weiterer Teil des Auftrages bestand in der Herstellung von 75 gebohrten Einzelkugeln im Durchmesser von 130mm. Angesichts der Menge war es nun vertretbar, über eine teilweise Automatisierung nachzudenken. Da mein hydraulischer Halbautomat nur über einen Werkzeugschlitten verfügt, musste ich die Rohlinge nach dem Schruppen noch etwas „in Form“ bringen. Da der Stahl nur eine vorgegebende Schnitttiefe hat, waren zusätzlich zwei Arbeitsvorgänge am Automaten notwendig. Der letzte Schnittvorgang wurde dann besonders langsam und mit schärfstem Werkzeug durchgeführt. Lärchenholz verfügt über harte und weiche Bereiche, die dem Werkzeug einiges abverlangen.

Holzkugeln Schritt 1 Holzkugeln Schritt 2 Holzkugeln fertig

Um die Drehstümpfe abdrehen zu können, schlug ich die Kugeln sanft in ein selbstgefertigtes Passfutter ein. Zuletzt kam das Schleifen und Bohren und der Kunde konnte den Pavillon komplettieren.  Auch die gewünschte rote Oberfläche wurde letztlich von der Zimmerei aufgebracht.

Einen schönen Auftrag mit etwas Außenwirkung hatte ich fertiggestellt.
Wochen später überzeugte ich mich bei einem Besuch im artenreichsten Zoo der Welt, ob auch die gerade erst angekommene neue Tierart – der Pandabär – gut untergekommen ist und auch beim Aufbau des zum Pandagelände gehörenden Pavillons nicht ausgerechnet auf meine Kugeln verzichtet wurde.  Aber nein…alles war in bester Ordnung, wie meine letzten fotografischen Eindrücke beweisen:

Chinesischer Pavillon Zoo Berlin Chinesischer Pavillon Zoo Berlin

Chinesischer Pavillon Berliner Zoo Holzkugeln Berliner Zoo

 

Vogelhäuschen aus Holz gedreht

Vogelhäuschen aus Eichenholz gedreht

Im Jahr 2009 hatte ich das Glück, ein Vogelhäuschen für einen Kunden drehen zu dürfen. Dieses wurde von mir aus Eichenholz gefertigt und  stand jahrelang in einem Garten.  Nun jedoch fand es nach 8 Jahren wieder den Weg zu mir. Wind, Wetter und Piepmätze hatten der Konstruktion stark zugesetzt, so dass für Ersatz gesorgt werden musste. Der Kunde, Inhaber einer Tischlerei hatte diesmal bereits das Material für sechs Vogelhäuser zugerichtet.
In den ersten Arbeitsschritten drehte ich die Stangen per Hand in meiner Drehbank. Für die 1,50m langen Füße fand eine Lünette Verwendung.

Im nächsten Arbeitsgang bohrte ich in die noch eckigen Rohlinge der Korpushälften die Zapfenbohrung für Fuß und Spitze. An der Drehbank wurde nun zwischen den Spitzen die Passung für das Backenfutter angedreht. Das noch immer nur leicht abgerundete Holz erhielt anschließend eine große Bohrung, um das spätere Ausdrehen zu erleichtern.

Eingespannt in das Futter, unterstützt durch eine Lünette konnte es nun an das Ausdrehen der späteren Vogeldomizile gehen.

 

Vogelhäuschen - Rohlinge Vogelhäuschen - Ausdrehen Vogelhäuschen - Hohlung

Die Herstellung einer solchen Hohlung kann man mit verschiedenen Werkzeugen bewerkstelligen. Wichtig ist nur, dass das Werkzeug scharf ist und der Abstand der Handauflage zum Werkstück möglichst gering gehalten wird. Die sehr feste und knochentrockene Eiche bearbeitete ich erst mit einem schmalen Schaber, um sie anschließend mit einer mittleren Formröhre auszudrehen. Auf das Schleifen des Hohlraumes konnte ich verzichten.  Durch probieren passte ich jeweils den inneren an den äußeren Falz des Gegenstücks an. Nummerieren nicht vergessen…

Die weitere Vorgehensweise ist einfach. Korpushälften zusammenstecken und in der Drehbank die Außenform andrehen… Schleifen, fertig.

Vogelhäuschen - Außenform Vogelhäuschen - Korpushälften Vogelhäuschen - fertige Teile

Wichtig bei der Endmontage ist die richtige Lage des Falzes, damit nicht unnötig Feuchtigkeit eindringt. Der Durchmesser des Loches richtet sich nach der Art und Größe der Vögel, denen man ein Zuhause bieten möchte.

In meinem Fall übernahm der Kunde die Montage, die eventuelle Oberflächenbehandlung, sowie das Bohren des Einflugloches und der Sitzstange. Persönlich würde ich das Vogelhäuschen im Naturzustand belassen, da die allmähliche Vergrauung eine wunderschöne Patina ergibt. Reparaturarbeiten über die Jahre sind nicht zu vermeiden, da die Form eine Segmentverklebung kaum zulässt.

 

Rustikale Blumensäule produziert

Rustikale Blumensäule für Privatkunden hergestellt

Eine rustikale Blumensäule im Stil der 80er wurde schon lange nicht mehr gewünscht, aber niemand weiß, wohin der nächste Trend uns führt. In diesem Fall durfte ich zwei  Blumensäulen nach einem Muster anfertigen, welches ursprünglich auch aus meiner Produktion stammte. Gewaltige Töpfe finden darauf Platz, so dass der Fuß einen knappen halben Meter im Durchmesser misst. Gefertigt sind sie aus gedämpfter Rotbuche. Dieses Holz lässt viele Formen zu, da es in seiner Struktur und Farbe sehr homogen ist. Ein buntes Holz mit vielen „Schnörkeln“ wäre zu viel des Guten und wirkt schnell überladen.

Die oberen Teller besitzen einen angedrehten Rand, um das Sicherheitsbedürfnis der Kunden zu befriedigen. Die Querholzteller sind mit der Langholzsäule mittels Zapfen verbunden. Ein seidenmatter Lack brachte das Finish.

Blumensäule aus Holz

Wie früher üblich, wurden die Grundformen der Drechsler genutzt, um dem Objekt einen Ausdruck von Stabilität, aber auch organischer Eleganz zu verleihen. Dem sogenannten goldenen Schnitt wurde dabei im Groben gefolgt. Fuß, Teller und Säule zeigen sauber ausgeformte Rundstäbe, Halbstäbe, Hohlkehlen, Karniese und Platten, um diese Formen miteinander zu verbinden. Die Formen und Grundmaße geben der Schwerkraft folgend Gewicht nach unten. Leichtigkeit und Auflösung erhält eine Blumensäule aber immer erst durch die aufgestellte Pflanze. Deshalb taugt dieses Produkt nicht unbedingt zum unbenutzten Dekorationsobjekt.

 

Kirchen Bausatz als Souvenir

Kirchen Bausatz als Souvenir hergestellt

Die Idee, einen Kirchen Bausatz als regionales Souvenir herzustellen und anzubieten, kam aus dem Bedürfnis, meinen Lehrlingen eine sinnvolle Arbeit zu schaffen, die relativ einfach, aber nicht anspruchslos ist und eine regionale Marktnische füllt.

Zuerst war es die örtliche Stadtkirche meiner Heimatstadt Ziesar, die abgeschritten, vermessen und in ein maßstabgetreues Modell umgewandelt wurde. Der sehr schöne, leicht herzustellende Baukörper wurde in 13 Segmente geteilt. Bis auf die drei Apsiden gab es keine Drechslerarbeit am Objekt. Und doch waren es genau diese, die mir Kopfzerbrechen bereiteten. Rund gedreht mussten die kleinen Elemente längs halbiert werden, damit sie einer Apsis ähnlich sahen. Arbeitsschutz und effektive Herstellung mussten unter einen Hut gebracht werden. Und so entschloss ich mich, eine Klemmhalterung für mehrere Apsiden zu bauen, die dann vorsichtig am Anschlag durch die Bandsäge geschoben wurden. Die etwas rubbelige Fläche brauchte dann nur noch an der Bandschleifmaschine plan geschliffen werden.

Kirchen Bausatz Ziesar
Bausatz St. Crucis Ziesar

Entwicklung und Umsetzung begannen um das Jahr 2000. Damals entschied ich mich für eine Verpackung in einer Plastetüte. Mittlerweile bin ich umgeschwenkt und habe die noch vorhandenen Bausätze in Pappkartons umgepackt.

Später entstanden durch Kundenwünsche weitere Bausätze. So wurden die Klosterkirche Lehnin, die Kirche St. Katharinen zu Brandenburg und die Mönchenkirche Jüterbog in Modelle umgewandelt. Jeder Baukörper hatte seine Eigenheiten, die neue Herausforderungen an mich als Produzenten stellten. Von der Jüterboger Kirche habe ich alle Modelle restlos verkauft. Dazu gibt es leider kein Originalbild mehr vom Bausatz.

Kirchen Bausatz Lehnin
Bausatz Klosterkirche Lehnin

Kirchen Bausatz Brandenburg
Bausatz St. Katharinen Brandenburg

Kirchen Bausatz Jüterbog
Bausatz Mönchenkirche Jüterbog

Sinn des Ganzen war eine Produktstrecke für die Lehrlinge.  Im Drechslerhandwerk dauert es ein Stück weit, bis sich ein Lehrling sinnvoll an der Produktion beteiligen kann. Viele Kenntnisse sind zu erwerben. Viele Fertigkeiten müssen sich angeeignet werden. Bis dahin vergeht Zeit und endlose Übungen nehmen den Weg in den Ofen.
Bis kurz nach dem zweiten Weltkrieg zahlten die Lehrlinge dem Meister ihr Lehrgeld, um Kost, Logis und Ausbildung zu erhalten. Mein Großvater erzählte mir einmal, dass er als Ankerwicklerlehrling in Stralsund nicht nur Lehrgeld zahlte, sondern auch noch das gesamte erste Lehrjahr mit Putzen, Ausfegen und Botengängen verbrachte. Das ist heute zum Glück nicht mehr so. Und doch sollte man sich bei den Klagen um ein höheres Azubientgeld ab und an an diese vergangenen Zeiten erinnern.

Säulen für Stehlampen gedreht

Säulen für Stehlampen aus Nussbaum gedreht

Im Auftrag eines Designers durfte ich für seine speziellen Stehlampen die Säulen anfertigen. Das bereits verleimte und innen teilweise hohl gefräste Nussbaumholz wurde praktischerweise angeliefert.  Dadurch fielen sämtliche potenziellen Probleme mit der Holzqualität und der Verleimfeuchte für mich unter den Tisch.
Die schlanken Teile maßen in der Länge ca. 1,45m. Der Durchmesser zog sich von 70 bis auf 8,7 Millimeter. Solche Maße sind ohne Hilfsmittel kaum zu händeln. Zu diesem Zweck steht dem Drechsler die Lünette zur Verfügung. Mit ihrer Hilfe konnte ich die lange, schlanke Form gut bewältigen. Ein scharfes Werkzeug  ist wie immer Voraussetzung für gutes Gelingen.

Säule für Stehlampen - Sockel Säule für Stehlampen - Lünette

Alle 10 cm habe ich den Durchmesser nach Zeichnung vorgedreht und anschließend verbunden. Das beste Hilfsmittel ist dabei die Hand, die jede Delle und Beule fühlen kann.  Beim Drehen schlanker Teile greift die linke Hand hinter das sich drehende Holz und fängt den Druck des Werkzeugs ab. Nur der Daumen führt das Werkzeug, welches ruhig in der rechten Hand liegt. Die Genauigkeit liegt dabei im Zehntelmillimeterbereich.
Die Lünette muss mehrmals versetzt werden, damit man an jeden Teil der Lampensäule herankommt.

Säule für Stehlampen - Spitze Säule für Stehlampen aus amerikanischem Nussbaum

Da der Drechsler ein typischer Zulieferer ist und meist Halbfertigteile herstellt, ist es auch in diesem Fall nicht ungewöhnlich, dass der Kunde – ein Berliner Designer – das Produkt selbst weiter verarbeitet. Im Ergebnis entstand eine Stehlampe, die in Form und Technologie exklusiv und ungewöhnlich ist. Deshalb findet sie nicht nur in Europa Absatz.

Ein paar schöne  Ansichten und Detailinformationen finden Sie auf der Webseite vom Designer Tom Kühne.

Stehlampen Tom Kühne - Berlin
Quelle: tomkuehne.com

Holzschale nachgebaut

Holzschale vom Künstler nachgebaut

Holzschale ist nicht gleich Holzschale. Vom zarten, schlichten Schälchen für den Schmuck, kann es über sämtliche Zwischenformen- und Größen mit allerlei Rafinessen bis zur Schüssel im Meterbereich gehen. Nichts wird im Hobby- und Künstlerbereich so gerne gefertigt, wie Schalen. Und das zum Teil mit großer Hingabe und Kunstfertigkeit.

Querholzdrehen gehört zur Grundausbildung des Drechslers. In der Gesellen- und Meisterausbildung wird großen Wert auf die saubere und maßhaltige Fertigung von Querholzobjekten gelegt. Jeder gelernte Drechsler ist in der Lage, eine handwerklich korrekt gefertigte Schale anzufertigen. In einer Baudrechslerei ist jedoch das Drehen von Schalen nicht an der Tagesordnung.

Umso mehr freute ich mich über den Auftrag eines Stammkunden, ein Objekt des Künstlers Lüder Baier nachzuempfinden. Es handelte sich um eine schlichte Schale aus schwerem, dunklen Tropenholz. In der Mitte wurde ein Dorn aus Messing eingearbeitet. Das Objekt war leider nicht mehr ansehnlich und sollte Ersatz bekommen. Das verklebte Eichenholz wurde vom Kunden geliefert.

    Handskizze vom Querschnitt

Auf dem Schraubenfutter wurde von mir die Rückseite gedreht. Dabei war zu beachten, dass ein Bauch mit durchgängigem Radius entstand. Diesen hatte ich mir errechnet und eine Schablone angefertigt. Einen Fuß ließ ich dabei stehen.  Diesen benötigte ich danach zum rückwärtigen, sicheren Spannen. Die Innenseite wurde nicht akkurat kopiert, sondern mit Gefühl nachempfunden. Auf die originale Messingspitze legte der Kunde keinen Wert. Eine Planscheibe mit Spannklötzen (schnell selbst gefertigt) wurde dann von mir verwendet, um den Fuß wieder wegzudrehen. Der Radius der Unterseite wurde somit vollendet.

Holzschale von Lüder Baier mit Nachbauten

Die Deutschen Werkstätten Hellerau, die ich auf einer unserer zahlreichen Innungsfahrten besuchen konnte, widmete dem 2012 verstorbenen Künstler mit dem bekannten Signum LB eine eigene Ausstellung.

Drechslerarbeit Globus-Gestell

Ein Globus-Gestell als Drechslerarbeit

Die Herstellung eines Globus-Gestell ist eine nicht mehr ganz typische Drechslerarbeit. Zumeist bestehen sie aus Metall oder Plastik. Historische Objekte wurden aber auch oft aus Holz hergestellt.  Auf einen Kundenwunsch hin durfte ich nun einen typischen Tischglobus aus den 50er Jahren mit einem Holzgestell versehen. Das alte Gestell aus Plastik war zerbrochen und nicht mehr reparabel. Den Ständer ansich zu produzieren, ist sicher kein Problem. Mehr Gedanken muss man auf den geschwungenen Bügel verwenden, der den Globuskörper aufnimmt und mit dem Standfuß verbindet.
Zur Herstellung gibt es mehrere Möglichkeiten:

Der Bogen kann aus einem Ring hergestellt werden, der aus einem verklebten Brett gedreht wird. Dabei sollte ein feines, festes Holz verwendet werden, das kaum noch schwindet – also im Feuchtebereich gut unter 10% liegt. Nachteil ist trotzdem die Instabilität, da sich bei über 180° immer auch irgendwo Hirnholz befindet, welches durch den Faserverlauf nicht bruchfest ist.

Der Bogen kann aus Segmenten verklebt werden, um Hirnholzbereiche auszuschließen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten – über Verleimzinken bis zu versetztem Kleben. Das ist jedoch relativ aufwändig und die vielen Holzverbindungen bleiben sichtbar.

Der eleganteste Weg ist wohl immer noch das Biegen der Form. Ideal ist dabei das Biegen über Dampf. Dafür muss man jedoch technisch ausgestattet sein und über dahingehende Erfahrungen verfügen. Einfacher – und von mir deshalb gewählt, ist das Biegen der Form beim Verkleben von Brettchen in mehreren Schichten. Im Gegensatz zu Sperrholz bleibt hier der Faserverlauf gleich. Eine einfache Formverleimung.

Globus-Gestell als Zeichnung Globus-Gestell Bogenverleimung

Günstig ist, wenn sich das Holz noch gut biegen lässt und doch möglichst dick bleibt. In diesem Fall habe ich mich für eine Stärke von 2,5mm entschieden. Das ließ sich noch gut allein und an einer simplen Lehre bewerkstelligen. Vorsichtig abgerichtet und an der Kreissäge parallel geschnitten, bietet der Bogen nun die ausreichende Präzision für den Globus. Den Bogen habe ich in eine Nut eingepasst und mit einer Messing-Schlitzschraube verschraubt, damit das Teil demontierbar bleibt. Ebenfalls nur verschraubt ist der Fuß aus Querholz und die kleine Langholzsäule (Rampamuffe und Gewindestück).  Das alte „Tafelwerk“ aus der Schule half mir bei kleinen  Berechnungen, wie der geneigten Erdachse (23,44°).

Globus-Gestell Montage Globus-Gestell fertig montiert

Für die Versiegelung der Oberfläche verwendete ich Holzwachs L von Genotop, welches den zarten Farbton der gedämpften Rotbuche aufflammen lässt.

 

 

Sparbüchse mit Bajonettverschluss

Sparbüchse mit Bajonettverschluss gedreht

Unlängst durfte ich eine hölzerne Sparbüchse mit Bajonettverschluss drehen. Ziel der Sparfunktion war die Rettung der afrikanischen Tierwelt.  Aus diesem Grund wählte ich in Absprache mit der Kundin den Habitus einer Giraffe.  Zugegebenermaßen einer ziemlich dicken Giraffe, aber es sollte ja auch Einiges an Geld hineinpassen. Damit die Spenden nicht gleich wieder unten hinausfallen, musste eine Lösung für den Boden her.  Diese war eine Art Bajonettverschluss, der den Boden verschließt und trotzdem wieder zu öffnen ist.

Hölzerne Sparbüchse mit BajonettverschlussAuf dem Bild ist die fertige Giraffe leider schon Opfer des in einer Drechslerei massenhaft anfallenden Holzstaubes geworden. Man sollte aber hoffentlich gut erkennen können, wie der Verschlussmechanismus ausgeführt wurde. In den Sparbüchsenkorpus wurde das Gegenstück zum Deckel eingedreht und mit einem Stopper und einem kleinen Keil versehen, der ein zu schnelles Lösen verhindern sollte.  Die Gefahr bei dieser Konstruktion ist einzig und allein die Verformung der Teile aus Eichenholz. Deshalb muss etwas großzügiger gearbeitet werden.

 

 

Der Hals der Giraffe wurde an den Korpus angepasst und mit kleinen Dübeln befestigt. Der geschnitzte Schwanz ist auf den Aufnahmen leider nicht zu sehen, rundete aber das Gesamtbild sehr schön ab.  Augen, Ohren und Hörner wurden mit kleinen Zapfen eingesetzt und die Nasenlöcher geschnitzt.  Die hoffentlich vorhandene Ähnlichkeit ist nicht zufällig, sondern basiert auf dem fleißigen Studium von Giraffenporträts…

Sparbüchse aus Eiche mit Bajonettverschluss Die Giraffe hätte man auch wachsen, ölen oder mit einem Mix von beidem behandeln können, aber uns erschien die Verwendung eines stabilen Lackes sinnvoller, um einen besseren Schutz der Oberfläche gewährleisten zu können.

 

Gedrehte Möbelbeine – ganz nach Wunsch

Gedrehte Möbelbeine – ganz nach Kundenwunsch

Gern stelle ich gedrehte Möbelbeine – ganz nach Wunsch des Kunden her. Dabei spielen Stil und Funktion keine Rolle. Ob nach Zeichnung, Handskizze, Muster oder Bild – alles ist prinzipiell machbar. Die Kunden sind zumeist Tischler,  Designer, Produktentwickler und Restauratoren. Aber auch mancher Bastler lässt sich gern ein paar passende Beine für seinen selbstgebauten Stuhl, Tisch oder sein Bettgestell drehen. Da fast jede individuelle Idee unkompliziert umgesetzt werden kann, entstehen zum Schluss Unikate oder Designerstücke. Auch die detailgetreue Nachbildung von gedrehten Möbelbeinen- oder Füßen, die bereits einige Jahrzehnte oder auch Jahrhunderte auf dem Buckel haben, gehört zum Alltag eines Drechslers.

gedrehte historische Möbelbeine

In diesem Fall benötigte der Kunde ein völlig neues Bauelement, angelehnt an die Form eines alten Möbelfußes.

Möbelfüße-tischbeine-dietrich

Diese einfachen runden Beine mit angeschnittenem Winkel wurden von der Firma Rejon Design entwickelt und zu einem modernen Beistelltisch aus Eichenholz verarbeitet.

Möbelfüße Huber

Auch hier wurden nach Wunsch vier Möbelbeine aus Eichenholz im Gründerzeitstil hergestellt.

Möbelbeine Drechslerei Huber Cembalo Fischinger

Diese vier Cembalobeine aus Platanenholz fanden Eingang in die Konstruktion eines Cembalos aus dem Haus Fischinger / Berlin.   (Bild: Markus Fischinger)

Figuren Kleinserie

Figuren  Kleinserie gedreht

Für eine Berliner Kundin durfte ich unlängst eine kleine Figuren Kleinserie nach gelieferter Zeichnung drehen.
Das Problem bei kleinen Serien, die sich meist in den Hunderten bewegen, ist die Art der Herstellung. Diese soll effektiv und damit das Erzeugnis preiswert sein. Dabei gilt es abzuwägen, ob die Serie manuell mit der Hand gedreht oder unter Zuhilfenahme von Automaten- oder Halbautomatentechnik hergestellt werden kann.

Figuren Kleinserie
Je 100 Stück verschiedener Größe

Handdreharbeit benötigt wenig Vorbereitung, ist aber relativ langsam. Eine größere Stückzahl gleichartiger Figuren herzustellen, kann lange dauern und damit den Preis in die Höhe schrauben.
CNC-Holzdrehautomaten sind zumeist auf Massenproduktion ausgerichtet und somit ist die Herstellung von zum Beispiel 100 Stück für den Automaten uneffektiv. Lange Einrichtungszeiten heben den Vorteil der extrem schnellen Produktion wieder auf. CNC-Automaten sind teuer und benötigen lange Laufzeiten mit hohen Stückzahlen.

Dazwischen finden sich jedoch noch mehrere Möglichkeiten, wie zum Beispiel die Herstellung am sogenannten Kanteldreher oder der Fassondrehbank. Die Maschine ist im Gegensatz zum Drehautomaten sehr preiswert und steht in fast jeder Drechslerei. Da man jedoch für die Figurenform ein Fassonmesser benötigt, welches speziell angefertigt werden muss, treibt das den Preis bei kleinen Stückzahlen nach oben.
Vorteil ist, dass Fassonautomaten und auch Kanteldreher den Figurenkörper komplett fertig drehen können. Eine Nachbearbeitung neben dem Schleifen ist nicht mehr nötig. So auch beim Handdrehen.

Automatenmuster
Genauigkeit kommt hier vor Schönheit (Automatenmuster)

Gewählt habe ich letztlich eine Kombination aus Beidem. Zur Verfügung stand mir neben einem Kanteldreher auch eine hydraulische Kopierdrehbank für Langholzartikel. Als Drechsler kann man per Hand schnell und effektiv  ein Kopiermuster herstellen, um dann mehrere Figuren hintereinander auf dem Automaten drehen zu können. Das Schleifen erfolgt parallel dazu und nach dem Trennen der einzelnen Figuren auf der Formatkreissäge, muss lediglich die dabei entstandene Kante am Figurenkopf abgedreht und geschliffen werden. Ein schnell per Hand gedrehter Holzspund hält die Figuren dabei in der Holzdrehbank fest. Mit dieser für eine Drechslerei typischen Kombination von Arbeitsgängen, ließ sich letztlich die gewünschte Kleinserie effektiv und preiswert hersstellen.